Bauspardarlehen

Mit Abschluss eines Bausparvertrages sichert sich der Bausparer das Recht, nach Erfüllung der Voraussetzungen ein Bauspardarlehen zu einem schon bei Vertragsabschluss festgelegten, während der gesamten Darlehenslaufzeit unveränderlichen Zinssatz in Anspruch nehmen zu dürfen. Staatliche Förderungen und besonders günstige Bedingungen bei der Vergabe des Bauspardarlehens erhöhen die Attraktivität des Bausparvertrages. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Auswahl der derzeit besten Anbieter und Vermittler von Bauspardarlehen.

Anbieter Zins Rate Gebühr Bemerkung Info
Wüstenrot Bausparvertrag Guthabenszins: 0,50 bis 4,00%
Darlehenszins:
1,60-4,90%
(1,77-6,29% eff.)
Regelsparrate: 5,00 – 10,00‰ der Bausparsumme
Tilgungsrate: 3,50 und 10,00% der Bausparsumme p.a.
Abschlussgebühr: 1,00% der Vertragssumme
Darlehensgebühr: 0,0 bis 2,00% des Darlehensbetrages
Tipp für
niedrigen
Darlehenszins

Mindestwartezeit
bis Zuteilung:

2,5 bis 7 Jahre

(je nach Tarif)
Sondertilgungen
jederzeit mögl.

Wissenswertes über Bausparverträge

Ein Bausparvertrag ist eine zweckgebundene Sparform; die Verwendung der Bausparmittel ist an die Bestimmungen des Bausparkassengesetzes von 1973 (Novellierung 1991) gebunden. Danach darf ein Bauspardarlehen nur zur Finanzierung von Wohneigentum (inklusive Renovierung/Modernisierung) zur Verfügung gestellt werden. Über das Bausparguthaben kann nach Zuteilung oder im Wege einer Kündigung frei verfügt werden.

Auf mögliche Nachteile bei Kündigung innerhalb einer möglichen steuerlichen Sperrfrist oder nicht wohnwirtschaftlicher Verwendung des Bausparguthaben wird in den nachfolgenden Ausführungen zu den staatlichen Förderungsmöglichkeiten hingewiesen.

Jede natürliche Person ab 16 Jahren kann einen Bausparvertrag abschließen. Mit Abschluss des Vertrages verpflichtet sich der Bausparer, eine regelmäßige monatliche Sparrate zu erbringen, die im Verhältnis zur gewählten Vertragssumme steht und in der Regel vier Promille der Vertragssumme beträgt. Gleichzeitig erwirbt er das Recht, nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen das zinsvergünstigte Bauspardarlehen zu erhalten.

Die Höhe des Bauspardarlehens ergibt sich aus der Bausparvertragssumme abzüglich des angesparten Guthabens. Nach Auszahlung des Bauspardarlehens wird dieses Darlehen durch eine regelmäßige monatliche Rate getilgt, die wiederum in Beziehung zur Bausparvertragssumme steht und im Regelfall bei sechs Promille pro Monat liegt.

Was ist in der Abschlussphase zu beachten?

Vorteilhaft ist es, wenn der Sparer sich bereits bei Abschluss des Bausparvertrages darüber im Klaren ist, ob er den Bausparvertrag lediglich als staatliche geförderte Anlageform nutzen möchte oder ob er später auch an einem Bauspardarlehen interessiert ist. Auch die Frage, wann vermutlich die Bausparmittel benötigt werden, sollte im Idealfall geklärt sein, denn für all die unterschiedlichen Bedürfnisse gibt es eine reiche Anzahl von unterschiedlichen Tarifen.

Bei manchen Anbietern kann unterschieden werden zwischen dem Standardtarif, der eine Ansparung über sieben bis acht Jahre und im Anschluss daran das Bauspardarlehen vorsieht, einem Schnelltarif und einem Langzeittarif insbesondere für junge Menschen. Darüber hinaus gibt es Tarife mit besonders hohen Guthabenzinsen für die Bausparer, die das Darlehen vermutlich nicht Anspruch nehmen werden, einen Zinsbonus für Bausparer, die sich erst später zu einem Darlehensverzicht entscheiden und unzählige weitere Varianten.

Da sich Lebenspläne ändern können, bieten viele Institute auch die Möglichkeit späterer Tarifwechsel an. Auch Vertragserhöhungen, Reduzierungen oder Zusammenlegungen sind bei allen Instituten möglich.

Wesentliche Informationen zur Sparphase

Die vorgenannten monatlichen Ansparraten von in der Regel vier Promille der Vertragssumme stellen Mindest-, aber keine Höchstbeträge dar. Durch freiwillige höhere Sparleistungen kann die Wartezeit auf das Bauspardarlehen verkürzt werden; als Mindestansparzeit gilt aber bei allen Instituten eine Ansparzeit von 18 Monaten. Auf einen Bausparvertrag gezahlte Ansparbeträge werden innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen staatlich gefördert.

Die Wohnungsbauprämie

So erhalten Singles mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 25.600 Euro und Verheiratete bis zu einem Einkommen von 51.200 Euro eine Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 % auf Zahlungen bis zu 512 Euro (Singles) respektive 1.024 Euro pro Jahr (Verheiratete). Die Prämie geht allerdings bei allen ab 2009 abgeschlossenen Verträgen verloren, wenn die Mittel nicht wohnwirtschaftlich verwendet werden.

Die Arbeitnehmersparzulage

Auch Leistungen nach dem Vermögensbildungsgesetz dürfen auf einen Bausparvertrag eingezahlt werden. Die Arbeitnehmersparzulage von 9 % wird auf Beträge von maximal 470 Euro pro Jahr pro Person gezahlt. Die Einkommensgrenzen für diese Förderung liegen bei 17.900 Euro (Einzelperson) respektive 35.800 Euro pro Jahr (Ehepaare). Bezüglich so geförderter Sparleistungen ist die siebenjährige Sperrfrist zu beachten.

Die Riester Förderung

Relativ neu ist das zum 1.1.2008 eingeführte Wohn-Riestern, das neben den vorgenannten staatlichen Vorteilen weitere Förderungsmöglichkeiten wie bei jedem Riester Produkt möglich macht. Durch einen Riester-Bausparvertrag können sowohl die Sparleistungen auf einen Bausparvertrag als auch die späteren Tilgungsleistungen durch die Riester Zulage gefördert werden. Wie bei allen Riesterverträgen sind Zahlungen in bestimmter Höhe und die Riesterzulagen bis zur Rente steuerfrei und werden anschließend in einem Betrag mit einem Abschlag von 30 % oder während einer Laufzeit von 18 bis 26 Jahren in voller Höhe nachversteuert.

Die Förderung richtet sich nach der Sparleistung, dem Familienstand und der Anzahl der Kinder; die maximale Förderung wird bei einer jährlichen Ansparrate in Höhe von 4 % des sozialbeitragspflichtigen Vorjahreseinkommens erreicht. Die Riesterförderung kann pro Förderperson bis zu 154 Euro pro Jahr und zwischen 185 und 300 Euro pro Kind und Jahr betragen; der höhere Förderbetrag gilt für alle ab 2008 geborenen Kinder. Darüber hinaus können Sparbeiträge bis maximal 2.100 Euro pro Jahr als Sonderausgaben abgesetzt werden. Ein Riester Bausparvertrag muss als solcher zertifiziert sein.

Wichtige Informationen zur Zuteilungsphase

Für Bausparkassen gelten besondere rechtliche Vorschriften: Die als Bauspardarlehen herausgegebenen Mittel dürfen nicht am Kapitalmarkt aufgenommen werden, sondern müssen aus dem insgesamt angespartem Kapital inklusive der laufenden Einnahmen aus Spar- und Tilgungsraten zur Verfügung stehen. Da keine Bausparkasse vorhersagen kann, zu welchem Stichtag welche Mittel verfügbar sind, ist es keiner Bausparkasse möglich, ihren Kunden genau zu sagen, wann mit einer Bereitstellung des Bausparguthabens und des Bauspardarlehens gerechnet werden kann. Daraus folgt, dass die Erfüllung der Mindestvoraussetzungen, die in einer Ansparphase von mindestens 18 Monaten und einer Ansparquote von je nach Tarif 40 oder 50 % der Bausparvertragssumme besteht, noch keinen Anspruch auf ein Bauspardarlehen generiert.

Vielmehr wurde bei allen Bausparkassen eine Bewertungszahl eingeführt, die sich aus der Höhe der Sparleistungen eines Bausparers, einer besonderen Bewertung der vergüteten Zinsen und einer Wertung der Ansparzeit zusammensetzt. Wer die Mindestvoraussetzungen erfüllt hat, kann an den jeweils zweimal im Jahr stattfindenden Zuteilungen teilnehmen, doch wird der Vertrag nur dann zugeteilt, wenn auch die notwendige Bewertungszahl erreicht worden ist. Je nach der Höhe der erreichten Bewertungszahl erfolgt die Zuteilung des Vertrages dann zu unterschiedlichen Terminen in den kommenden Monaten. Zum Zuteilungstermin kann bei entsprechender Verwendung über das Guthaben und das Darlehen verfügt werden.

Besonderheiten des Bauspardarlehens

Das Bauspardarlehen hat nicht nur den Vorteil, dass es zu einem Zinssatz zur Verfügung gestellt wird, der in der Regel unter den geltenden Marktzinssätzen liegt und zudem schon Jahre vor der Darlehensinanspruchname fixiert wird. Ein Zinsänderungsrisiko besteht damit nicht. Von besonderem Vorteil ist auch die Praxis der Bausparkassen, eine nachrangige Besicherung zwischen 60 und 80 % des Beleihungswertes zu akzeptieren ohne dafür, wie das bei anderen Baudarlehen üblich ist, einen Zinsaufschlag zu verlangen. Bis zu einem Höchstbetrag von 30.000 Euro sind sogar Bauspardarlehen ohne besondere Sicherheitenvereinbarung oder Darlehen gegen eine vereinfachte Sicherstellung in Form einer Negativerklärung möglich.

Auch die Möglichkeit, ein Bauspardarlehen jederzeit ohne Vorfälligkeitsentschädigung zurückzahlen zu können, ist ein weiteres Argument für den Einsatz eines Bausparvertrages bei einer Immobilienfinanzierung. Nachteilig ist allerdings die relativ hohe Tilgung, die in der Regel bei monatlich sechs Promille der Vertragssumme liegt. Auch aus diesem Grund sollte ein Bausparvertrag immer nur ein Baustein in einer Baufinanzierung sein.

In eiligen Fällen: Vor- und Zwischenfinanzierungen

Auch wenn Kreditmittel vor Zuteilung eines Bausparvertrages notwendig werden, kann die Bausparkasse Hilfe anbieten: In einem solchen Fall ist ein Vorfinanzierungskredit (auch Vorausdarlehen genannt) oder ein Zwischenkredit erhältlich. In beiden Fällen handelt es sich dann um Kreditmittel, die am Kapitalmarkt refinanziert und deshalb zu den jeweils üblichen Marktzinssätzen verzinst werden müssen.

Bei einem Vorfinanzierungskredit wurde der Bausparvertrag entweder gerade erst abgeschlossen, oder aber er besteht zwar schon eine Weile, doch die Mindestvoraussetzungen für die Zuteilung wurden noch nicht erfüllt. In einem solchen Fall ist ein Vorfinanzierungskredit in Höhe der Bausparvertragssumme erhältlich; parallel zu den für den Kredit zu zahlenden Zinsen muss der Bausparvertrag weiter mit der Regelsparrate bedient werden. Selbstverständlich wird das Guthaben während dieser Phase vereinbarungsgemäß verzinst. Wenn der Bausparvertrag dann die Zuteilungsreife erreicht hat und erfolgreich an einer Zuteilung teilgenommen hat, erfolgt die teilweise Ablösung des Vorfinanzierungskredites durch das Bausparguthaben. Der Restbetrag wird dann in ein zinsgünstiges Bauspardarlehen umgewandelt.

Eine Zwischenfinanzierung ist immer dann möglich, wenn für einen Bausparvertrag zwar die Mindestvoraussetzungen erfüllt worden sind, die Zuteilung aber noch nicht erfolgte. Auch ein bereits zugeteilter Bausparvertrag, dessen Zuteilungstermin aber erst in einigen Monaten erfolgt, kann zwischenfinanziert werden. In einem solchen Fall muss der Bausparvertrag nicht weiter bedient werden. Der Bausparer erhält einen Kredit in Höhe der Bausparsumme, denn er in voller Höhe mit marktüblichen Zinsen bedienen muss, bekommt aber während der Dauer der Zwischenfinanzierung auch weiter den vereinbarten Guthabenzins auf sein Bausparguthaben. Zum Zuteilungstermin erfolgt die Rückführung des Zwischenkredites durch Bausparguthaben und Bauspardarlehen.

Vorteile und Nachteile

Der Vorteil eines Bausparvertrages während der Abschluss- und Sparphase liegt in dem für die gesamte Ansparphase gleichbleibenden Zinssatz und der möglichen staatlichen Förderung. Nachteilig ist die Bearbeitungsgebühr von 1 % der Vertragssumme, die bei Abschluss fällig wird. Auch jährliche Kontoführungsgebühren sind möglich. Dagegen steht das mit Vertragsabschluss erworbene Recht auf ein zinsgünstiges Darlehen.

Die Vorteile während der Darlehensphase liegen in dem in der Regel sehr günstigem, von den jeweiligen Bedingungen am Kapitalmarkt unabhängigen Zinssatz, der nachrangig möglichen Beleihung und dem Recht auf jederzeit kostenlos mögliche Rückführungen. Die hohe Tilgung, die zu einer raschen Entschuldung führt, kann als Vorteil gesehen werden, ist aber mit dem Nachteil einer relativ hohen monatlichen Belastung verbunden. Als nachteilig kann auch das besondere Zuteilungsverfahren gesehen werden, dass eine exakte Vorhersage über die Verfügbarkeit der Mittel nicht zulässt.

Bei einem Produktvergleich zu beachtende Merkmale

Bei einem Tarifvergleich sind neben der Höhe der möglichen Guthaben und Darlehnszinsen auch die anfallenden Abschluss- und Darlehensgebühren sowie etwaige Bereitstellungszinsen in den Vergleich einzubeziehen. Auch die jeweils geltenden Termine für die Tilgungsverrechnung sollten verglichen werden. Zudem sind unterschiedliche Mindestansparzeiten, Mindestansparquoten, Mindestbausparsummen und unterschiedliche Tilgungssätze möglich.

>> Klicken Sie hier für den Baudarlehen Vergleich

Hinterlasse eine Antwort